Hornillos del Camino – Castrojeriz
Der Tag fängt um 5 Uhr früh an – der Tag meines Nachbarn. Leider muss ich auch daran teilhaben. Warum haben die Hotels hier alle so dünne Wände? Zumindest spricht der Nachbar chinesisch, sodass ich seinem Telefonat nicht folgen muss. Wobei, es hätte mich schon interessiert, was die beiden besprochen haben. Ich höre nämlich „Sie“ am anderen Ende der Leitung fast genau so gut wie ihn.
Das Rührei – falsch: die Eierspeise muss ich sagen, sagt Merlin, sie besteht aus 1 Ei. Und sonst nix. Kein Salz oder Pfeffer. Schmeckt auch gut. So nach Ei. Croissant gibt’s nicht.


Ich werde zum Camino zurück gebracht. Nach 5 Kilometern kommt mir ein Pilger mit Rauschebart und einem Karren entgegen, den er hinter sich herzieht. Ich frage ihn, ob er Graeme Simsion ist. Ich hab nämlich dessen Buch „Zum Glück gibt’s Umwege“ vor meiner Abreise gelesen. Und in dem beschreibt er, dass er den Jakobsweg mit solch einem Karren, den er selbst entworfen hat, bewältigt hat. Das Buch hat er gemeinsam mit seiner Frau geschrieben. (Wirklich empfehlenswert übrigens auch seine „Rosie-Projekt-Bücher“.)
Nein, er ist es nicht. Aber er macht dieses Foto von mir. Schade, dass ich keines von ihm mit seinem Karren hab.

Ich komme zum nächsten Ort. Hontanas. Pfau! Da gibt’s ein Badephysio-Dings! Sehr toll! Das will ich! Ich überlege, was von meinem Rucksack als Badeanzug durchgehen könnte. Aber leider, mein grüner Regen Poncho passt da wohl nicht so gut, das cooling-towel ist etwas….klein, würd‘ ich sagen. Schade!



Dann finde ich diese Kirche, mit Musik, sehr stimmungsvoll, Mutter Theresa ist auch da. Kerzerl an und 5 Minuten verweilen – tut der Seele gut.



5 Kilometer weiter erreiche ich die Ruinen des Klosters de San Antón aus dem 12. Jahrhundert. Hier behandelten die Mönche Menschen, die an „dem Brand“ – oder dem „Antoniusfeuer“ (einer Vergiftungserscheinung durch die Einnahme von Mutterkorn) erkrankt waren.


Nicht mehr weit bis zu meiner Herberge in Castrojeriz. Da gibt’s eine Waschmaschine. Zuckerlpapierl vom Vorgänger noch weg, dann alles hineinschmeißen, weiß, rot, schwarz – so, wie zu Hause eben, und fertig. An der Bar gibt’s vino tinto, alles perfecto.
Erkenntnis des Tages: heute keine. Ist auch gut! 😉
Mein heutiger Tag: 20,46 km, 5h 41′, 1.626 kcal;


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