Tag 36 – der vorletzte Tag und die Heimreise


Sonntag. Der vorletzte Tag meiner großen Reise. Mein Flug geht erst Montag und so habe ich heute noch genug Zeit mir Santiago nochmals anzusehen. Also schlendere ich wieder zur Kathedrale und lasse meine Gefühle von vorgestern Revue passieren. Wieder spüre ich die großen Emotionen und den Stolz, die Anstrengungen trotz einiger Hindernisse gemeistert zu haben. Da mein Mann Städte immer von oben anschauen möchte, kaufe ich mir ein Ticket für die Besichtigung der Türme der Kathedrale. Vor mir am Schalter ein sehr bunter Reiseführer der 40 Tickets für eine Reisegruppe erstehen möchte. Das fordert das Fräulein an der Kassa sichtlich, und so dauert es geraume Zeit, bis ich an der Reihe bin. Mittlerweile ist der Schalterraum vollgestopft mit besichtigungswütigen Touristen und ich fange an um meine Gesundheit zu bangen. Aber schließlich bekomme auch ich mein Ticket und erklimme mit 15 anderen Touristen rund 170 Stufen auf das Dach der Kathedrale. Oben staune ich nicht schlecht: wir können uns frei am Dach bewegen, große Sicherheitsvorkehrungen gegen Hinabstürzen sind nicht getroffen worden, und wen der Schwindel plagt, der ist selbst schuld.

Um meine Pilgerschaft amtlich zu machen hole ich mir meine Pilgerurkunde vom Pilgerbüro und decke mich mit Souvenirs ein um meinen Lieben zu Hause auch ein Stück vom Weg mitbringen zu können. 3 Jakobskuchen versende ich mit der Post, darin hab ich ja schon Erfahrung.

Ich suche mir eine nette Tapasbar in der es kein Pilgermenü gibt, denn davon habe ich jetzt endgültig genug. Die Bar ist gesteckt voll, es wird gelacht, geplaudert, nur ich fühle mich einsam und kann meine Abreise kaum mehr erwarten.

Aber wie es so ist, wenn man wartet, dass die Zeit vergeht, erscheint sie endlos. Die Souvenirs werden immer mehr und ich überlege mir, wie ich das mit dem Koffergewicht hinbekomme.

Montag ist es dann schließlich soweit. Ich darf bis 12 Uhr in meinem Zimmer bleiben. Und so lange brauche ich auch, um meine Habseligkeiten in meinem Koffer zu verstauen. Ich denke noch: eigentlich geht das doch ganz einfach – da sehe ich noch den riesigen Stoß T-Shirts, den ich übersehen habe. Es wird wieder einmal ein Quetschen und Zerren, aber schließlich ist er dann zu. Ein Taxi bringt mich zum Flughafen und Galizien zeigt wieder einmal, was es alles kann punkto Niederschlag. Aber irgendwann sitze ich doch im Flugzeug Richtung Wien.

 

Mit 1 1/2 Stunden Verspätung lande ich in Schwechat, und da stehen sie alle und heißen mich willkommen: Erwin, Moritz, Merlin und Chiara. Wie schön ist das! Wie schön ist es, wieder zu Hause bei der Familie zu sein! Vielen Dank, liebe Familie, für eure Unterstützung, für das Übernehmen meiner Aufgaben während meiner Abwesenheit, für eure Liebe!


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