Tag 18

Calzadilla de la Cueza – Sahagún

Meine gestrige Aussicht in Abendstimmung wollte ich euch nicht vorenthalten – da freut das Nichtstun gleich noch mehr!

Aber nun zum heutigen Tag: Ich komme um 3/4 8 zum Frühstück und bin tatsächlich die Letzte. Es gibt noch ein Croissant in Cellophan und zwei Scheiben Käse, damit habe ich das Frühstücksbuffet auch schon aufgegessen. Was das Croissant verdient ist klar: eine glatte 5.

Vor der Rezeption treffe ich den Koffer-Transporteur und frage ihn ob er eine Waage hat. Aber der versteht Spanisch noch schlechter als ich, also hebe ich demonstrativ meine gelbe Tasche. Er tut es mir nach und verdreht die Augen, hebt nacheinander verschiedene Koffer hoch, ohne Augenverdrehen, und hält mir einen Vortrag. Da ich eh nix verstehe zeige ich ihm aufmunternd Daumen hoch und verlasse mit einem gewinnenden Lächeln das Hotel. Ein bissl schwach auf der Brust ist der, denke ich.

Da geht’s lang, und nach 6 Kilometern Wanderung komme ich nach Terradillos de los Templarius. Das Dorf wurde nach den Tempelrittern benannt, die ein Krankenhaus bewachten.

Meine Knie entscheiden, dass drei Kilometer weiter wieder eine Rast fällig ist, nämlich in Moratinos. Hier dürfte ein Fan der gestrickten Handarbeit beheimatet sein.

Es geht die letzten 8 Kilometer einen Weg entlang der Landstraße der von diesen gelben Sträuchern gesäumt ist:

Kennt die jemand? Sie duften wunderbar, und meine Knie verzeihen mir schon fast die Dauerbelastung.

Irgendwo zwischendurch habe ich Palencia verlassen und die Grenze zur Provinz León überschritten.

Nach 22 Kilometern ist Schluss für heute und ich erreiche mein buntes Hotel in Sahagún. Ich erkunde den Ort, setze mich am Hauptplatz in ein Lokal und bestelle einen Käseteller und Oliven. 6 spanische Hausfrauen entscheiden sich für meinen Nebentisch und die Lautstärke erreicht 90 db – das ist so viel wie ein Presslufthammer. Ich hab eine App am Handy und das getestet (wenn man alleine isst, hat man Zeit für solchen Unsinn!). Manchmal reduzieren sie ihr Gequassel auf eine Art Flüstern (Schlagbohrmaschine), ich glaube, da lästern sie gerade über mich. Mucho gusto – ich verlasse das Etablissement und kehre in mein stilles Hotel zurück. Feierabend!

Meine heutige Erkenntnis: 6 spanische Hausfrauen auf einmal sind zuviel.

Mein heutiger Tag: 22,12 km, 5h 20′, 42.398 Schritte, 1.643 kcal;

4 Kommentare zu „Tag 18“

  1. Avatar von Martina
    Martina

    Liebe Barbara,
    die wunderbar duftenden gelben Sträucher am Wegesrand sind höchstwahrscheinlich Ginster. Wie wir in Sizilien waren, war der Fuß des Ätna von ihnen bedeckt. Ein unvergesslicher Anblick.
    Gestern bin ich von uns zu Fuß zum Rathaus und wieder zurück gegangen. Fette 5 km, aber die haben mir schon völlig gereicht. Ich ziehe den Hut vor deiner Wanderleistung. Möchtest du, dass ich deine Knie regelmäßig „warte“, oder machen wir es so, dass du dich meldest, wenn du es für nötig befindest.
    Ganz liebe Grüße
    Martina

    1. Avatar von admin

      Liebe Martina, danke, ich denke nun auch, dass es Ginster ist. Ich bin derzeit für jeden Support dankbar. glg Barbara

  2. Avatar von Moni
    Moni

    Liebe Barbara,

    ich gratuliere dir zur Halbzeit!! Wahnsinn, so viele Kilometer liegen schon hinter dir… Wirklich sehr, sehr toll! 😗

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