El Burgo Ranero – Mansilla de las Mulas

Musste noch schnell ein Foto von meiner heutigen tollen Aussicht machen. Es war nämlich so: unter meinem Fenster befand sich ein sicherlich mega leistungsstarker Kompressor mit dementsprechender Lärm-Emission. Ab 22 Uhr herrschte Windstärke Viel. Die Metalljalousien schepperten gegen das Fenster – nicht auszuhalten. Also Jalousien hoch, dafür war mein Zimmer plötzlich taghell Dank Licht der Parkplatzlaternen. Ein Traum.

Also fängt mein Tag nicht gerade tiefenentspannt an. Ich weiß schon, mein Schienbein wird schmerzen, deswegen gehe ich entsprechend achtsam. Klappt ganz gut. bis zu dem Moment als ich merke, dass es nicht 9, sondern noch 13 Kilometer zum nächsten Ort sind. Dann wird es etwas mühsam. Aber, schau an, in Reliegos gibt es zwei Attraktionen für mich: ein Servicio medico, und, 1947 ist dort ein Meteorit eingeschlagen. Interessiert mich beides gleichermaßen brennend. Und es gibt dann noch Weinkeller, hübsch anzusehen.

Was ist das für ein Ort bitte? Nicht einmal die Einwohner wissen, dass sie ein Servicio medico haben. Ich und mein toller Orientierungssinn finden es, aber: heute geschlossen. Schade eigentlich. Also dann zum tollen Meteroiten-Krater. Tadaa!


Tja, das ist es. Die bräuchten jemanden für’s Marketing, in dem Ort. Ich finde jedoch eine sehr nette Bottega. Mit Empanadas sieht die Welt gleich anders aus (muss ich zu Hause auch einmal probieren!).

Nur noch 6 Kilometer, das ist zu schaffen. Ein langer dünner Koreaner überholt mich fast mit doppeltem Tempo. Nein, danke, ich brauch nix. 5 Minuten später ist er schon wieder da! Ist umgekehrt und sagt mir, ich soll mich setzen, weil in dem Tempo brauche ich 2 Stunden bis Mansilla de las Mulas. Könnte er recht haben. Aber da ist es dreckig, und… wurscht. Ich sitze. Er drückt mir eine Salbe in die Hand. Massage machen. Ist Cannabis, ganz gut, aus Pamplona. Da ich ja gute medizinische Erfahrung mit Pamplona gemacht habe, massieren ich los. Ich bekomme noch eine Magnesium-Brausetablette, ein komisches Pulver mit chinesischen Schriftzeichen und ein Gummibärli. Er kennt sich aus, denn er hat einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht. Ich bin sehr beruhigt. Dann will er noch meinen Rucksack bis Mansilla tragen. Ist der lieb? Aber, nein, danke, das schaffe ich allein.
In Mansilla de las Mulas fällt mein erster Blick auf den Stadtplan. Servicio medico. Klasse. Ich mache mich auf den Weg. Normaler Weise hat es nur bis 14 Uhr offen, aber es war ein Notfall, oder die haben auf mich gewartet, jedenfalls komme ich dran. Der Arzt ist sehr nett, drückt, schaut – und verschreibt mir: Ibuprofen und Schonung. Ganz was Neues!




Cena ist um 19 Uhr. Ich setze mich noch vorher an die Bar auf einen Rosado. Kommt ein alter Spanier dazu, erzählt über Gott und die Welt. Ich verstehe kein Wort, außer dass er einmal Fotograf war und in Paris studiert hat. Aber er ist zufrieden, dass ich hin und wieder „Si, si“ sage. Er bestellt sich ebenfalls einen Rosado und ich sage dem Wirt, dass ich das Achterl übernehme. Der Spanier freut sich und redet gleich doppelt so schnell. Der Wirt bringt Tapas und schenkt mir nach, geht aufs Haus. Der alte Spanier und ich, wir sind schon beste Freunde, da kommt seine Frau dazu und schimpft, weil er muss jetzt in die Kirche. Wir stoßen noch einmal an, die Frau bestellt sich ein Bier, anscheinend kann die Kirche warten. Wir unterhalten uns prächtig, obwohl ich kaum ein Wort verstehe. Mein absolutes Highlight des Tages.
Erkenntnis des Tages: man muss nicht immer alles verstehen um sich trotzdem glänzend zu unterhalten.
Heutiger Tag: 20,77 km, 5h 51′, 39.841 Schritte, 2.235 kcal;


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