Tag 24

Astorga – Rabenal del Camino

Gegenüber meines Hotels ist eine Post. Das nütze ich natürlich aus und schicke ein dickes Packerl in die Heimat. Mit Chorizzo von MUUH (Stier) und MÄÄH (Schaf) – so war meine Konversation mit dem Fleischhauer. – Aber ich darf nicht zuviel verraten, soll ja eine Überraschung sein. Nur noch so viel: 30 Euro Porto…

Da der Gaudi-Palast, den ich mir heute anschauen möchte erst um 10 Uhr aufsperrt, suche ich ein offenes Café und bestelle eine heiße Schokolade. Es kommt ein riesen Häferl mit fast schwarzer, dicker Masse, sodass der Löffel drin stecken bleibt. Da ist sicher eine ganze Tafel Extraherb 70% drin, mindestens 800 Kalorien! – Und das ausgerechnet heute, wo mein Energieverbrauch wegen Taxi statt Pedes sehr überschaubar sein wird. 🫢 Aber Schokolade macht ja glücklich!

 

Der Bischofs-Palast von Gaudi kann schon was. Nur schade, dass der Bischof Juan Bautista Grau Vallespinós nie darin wohnte weil er kurz vor der Fertigstellung verstarb. Daraufhin wollte Gaudi nicht mehr weiter bauen und der Architekt Ricardo García Guereta vollendete 1905 den Bau. Der neue Bischof wollte hier jedoch auch nicht wohnen und so blieb der Palast unbenützt, diente während des spanische Bürgerkrieges dem Militär und danach als Museum. – All diese Informationen erhaltet ihr jetzt weil ich nicht alleine auf weiter Flur pilgere, sondern mir in Astorga die Zeit vertreibe. Der Pilger-Blog mutiert zum Marco Polo Reiseführer-Blog.

So, in Astorga kenn ich jetzt jede Gasse und auch jede nette Boutique (eine davon hat jetzt einen Jumpsuit weniger, aber verratet es bitte nicht meinem Koffer), ich suche mir ein Taxi und visiere meinen Bestimmungsort Rabanal del Camino an. Ob das auch mit so vielen Sehenswürdigkeiten aufwarten kann?

Meine Herberge in Rabanal del camino ist mir gleich sympathisch:

Sehr entspannte Besitzerin, deren Stimmung auch auf die Gäste abfärbt. Chillige Musik, Gelächter und gute Laune mitten auf der Straße.

Ich schau den Spatzen zu und rücke kurz meinen Sessel zur Seite damit das einzige Auto seit 60 Minuten durchfahren kann. Jö schau, da kommt ein Radfahrer! So eine Abwechslung! Bietet wieder Gesprächsthema für die nächsten 10 Minuten. Mein Puls klettert auf unter 50. Nein, hier läuft man wirklich nicht Gefahr Stress zu entwickeln!

Ich mache einen Dorf-Rundgang. Sogar die Katzen hier sind entspannt. Ich höre Musik und werde automatisch davon angezogen.

Eine Kirche. Oh wie schön! Da war ich ja schon lange nicht mehr. 😉 Ich trete ein, und seltsam, trotz der Musik habe ich schon lange nicht mehr so eine Ruhe empfunden. Ich wollte jetzt anmerken, dass der Architekt vielleicht den einen oder anderen Volkshochschulkurs „Innendekoration von Kirche“ vertragen hätte, aber vielleicht macht ja genau diese Kargheit den Charme dieser kleinen Kirche aus. Ein Kreuz, ein ganz einfacher Altar mit zwei Kerzen, aus. Ich verbringe lange Zeit an diesem Ort der Ruhe. Für mich ist es bisher die schönste Kirche.

Am Ende des Dorfes ist eine Wiese. Und da lege ich mich hin und schaue den Wolken zu. Entspannter geht’s ja gar nicht!

Erkenntnis des Tages: Manches braucht nicht unbedingt immer viel Dekoration um schön zu sein.

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